DER DUDELSACK

Der Dudelsack oder auch die Great Highland Bagpipe

oder aber auch einfach kurz die Pipe genannt ist ein Musikinstrument, welches seit den letzten beiden Jahrhunderten intensiv mit dem Militär verknüpft ist. Die Pipes wurden ebenso dazu verwendet Feinde einzuschüchtern als auch im Getümmel der Schlacht Befehle durchzugeben. So wurde sowohl der Befehl des Vormarsches als auch der des Rückzuges (Retreat) über die Piper bis an die Front weitergetragen. Nach dem englischen Gesetz galt die Great Highland Bagpipe (GHP) sogar als Waffe. Ein Regiment der Scots Guards, zu denen auch eine Pipeband gehört, findet man heute immer noch im britischen Heer.

Die genaue Herkunft des Dudelsacks ist historisch nicht gesichert. Vermutlich tauchte die Sackpfeife wie wir sie annähernd heute kennen erstmals im 13. oder 14. Jahrhundert auf. Allerdings gibt es Hinweise, daß der Dudelsack in ähnlicher Weise bereits wesentlich früher gespielt wurde.

 

Die Pipe selbst besteht aus vielen verschiedenen Bauteilen

Das ist zum Einen bauartbedingt, zum Anderen lässt sie sich so gut auseinandernehmen und leichter transportieren.

 

Great Highland Bagpipe
Die Great Highland Bagpipe und ihre Bestandteile

 

Im Luftsack, der der Sackpfeife seinen Namen beschert, herrscht ein permanenter Luftaustausch. Der Piper bläst durch die sogenannte Blowpipe mit Rückschlagventil  in den Luftsack und sorgt somit für den notwendigen permanenten Luftdruck. Mit dem Druck des Armes auf dem Luftsack hält der Piper den Luftdruck im Sack konstant, während durch die oberen Bordunenpfeifen (die Drones) und die Spielflöte (der Chanter) die Luft mit einem Ton entweichen kann.

Schon optisch besonders auffällig sind die drei Drones im oberen Bereich des Dudelsacks. Diese machen das Instrument einzigartig. Die Drones liegen dem Piper während des Spielens auf der linken Schulter. Aus den beiden kleineren Tenor Drones ertönt das Brummen, das genau eine Oktave unter dem Grundton des Chanters liegt. Die große Bass Drone erklingt noch mal eine Oktave tiefer. Diese drei Drones gemeinsam ergeben das angenehme sonore Hintergrundbrummen, das während des gesamten Spiels zu hören ist. Damit die Drones geordnet sind und beim Spielen oder Marschieren nicht hin- und herpendeln, werden sie durch eine Kordel (die Cords) miteinander verbunden. Die eigentliche Melodie spielt der Piper auf dem Chanter, welchen der Piper mit beiden Händen spielt. Oben im Chanter steckt ein Doppel-Rohrblatt, das sogenannte Reed. Es ist meist aus einem speziellen Schilf gefertigt. Durch den Druck, der durch den Chanter entweicht, werden die beiden Lippen des Reeds in Schwingungen versetzt und erzeugen somit den Ton -die eigentliche Melodie-, die beim Dudelsack aus maximal 9 Tönen besteht. Auf der Pipe können, anders als beispielsweise auf einer Blockflöte, keine Pausen während des Spielens gemacht werden. Gleichartige Noten werden daher durch kurze Zwischentöne und -griffe, die sogenannten Verzierungen (Embellishments), unterbrochen. Mit der Zeit hat sich eine Vielzahl dieser kurzen Verzierungen entwickelt. Diese sind heute ein wesentlicher Bestandteil der Melodie und geben dem schottischen Dudelsack seinen einzigartigen Klang.